Stefanie Grohs & Ranil Beyer
 

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VOM SUCHEN UND FINDEN
 
   
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Stefanie Grohs stellt ihre kleinformatigen Collagen aus. Diese sind nach klassischem Verfahren gefertigt. Jedes ausgesuchte und eingefügte Bildelement wird in Handarbeit ausgeschnitten und eingeklebt. Dabei verzichtet die Künstlerin auf jegliche Art von digitaler Bildbearbeitung. Der Entstehungsprozess ihrer Arbeiten wird somit nicht verschleiert, sondern als zentrales Gestaltungsmoment offensichtlich. Durch die daraus resultierenden Brüche lassen sich unerwartet neue Zusammenhänge finden. In ihren Collagen zeigt sie ihre persönliche Auseinandersetzung mit verschiedenen Themen des alltäglichen Lebens: zwischenmenschliche Beziehungen, emotionale Momente, Ängste und Wünsche. Wer mehr darüber wissen möchte, muss sich auf die Suche begeben. (R. M. Curtz)
    grohsbeyer-02 Ranil Beyer Seine tiefgrünen Wiesenlandschaften sind so düster wie die Gemälde altniederländischer Meister. Mit ihren gegenläufigen Unschärfen wirken die Bilder, als wären sie aus einem fahrenden Zug heraus fotografiert worden. Und unweigerlich beginnt das Auge, diese fast wie Pastelle wirkenden Aufnahmen nach Verwischung und Übermalungen abzusuchen – ein Eindruck, den Ranil Steva Beyer, 1979 geborener HfbK – Absolvent aus Hamburg, noch dadurch verstärkt, indem er seine Fotos auf Alubond – Platten, also dünnes Aluminium, aufzieht. Das ist jedoch keineswegs das übliche Vexierspiel, für das man es halten könnte, Fotografie versus Malerei, wie es Gerhard Richter und andere seit Ewigkeiten praktizieren. Beyers Unschärfe hat nichts mit der Malerei zu tun, sondern ist die Symbiose aus einer fotografischen und einer filmischen Technik. Wie an einem Filmset fährt er im Halbkreis aus Schienen an seinem Motiv vorbei, die Kamera auf lange Belichtungszeit gestellt. „Für mich ist die Unschärfe keine Verschleierungstaktik. Sie dient nur dazu, Freiflächen für den Betrachter zu schaffen, damit er sie mit seiner Imagination selbst ausfüllen kann. So mache ich ihn mir zum Komplizen“, erklärt Beyer. Auf das Thema Unschärfe ist er durch seine Studien zur englischen Bewegung der Piktorialisten im 19. Jahrhundert gestoßen. Schon damals galt es, sich gegen den ständig geforderten Realitätsanspruch zu wehren, um die Fotografie als eigenständige Kunst zu manifestieren. Beyer, der für diese Fotoarbeiten völlig auf digitale Manipulation verzichtet hat, sieht das Problem in anderer Form im Zeitalter der Digicams wieder heraufziehen:„Wir sind heute in einer ähnlichen Situation. Wenn jeder glaubt, an einem Computer gute Fotografien herstellen zu können, leidet die ganze Gattung darunter.
Thomas Schönberger Watchlist Monopol Nr. 4/2008, April
       
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