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Magdalena Rysopp


Kunst als kreativer Kosmos – die textil-barocke Welt der Magdalena Rysopp

Magdalena Rysopps Kunst kennt keine Grenzen der Kreativität: Collagen und Decoupagen, Gesticktes und Gehäkeltes, allerfeinste Handstichnähte, Dekoration und Interieur wecken ihre Lust an verfremdender Gestaltung. Die Objekte avancieren durch ihre künstlerische Intervention von Alltags-zu Kunstgegenständen, muten surrealistisch und fantastisch an. Ihr hoher Anspruch an die eigene handwerkliche Präzision und ihr feingeistiger Sinn für Form und Ästhetik lassen kostbare Kleinodien entstehen.
Sie agiert zutiefst weiblich in der Wahl ihrer Mittel und steht damit in einer langen Tradition von Künstlerinnen, die mit textilen Materialien die Tiefen ihrer inneren und äußeren Bewusstseins- und Lebenswelten ausloten: Sonia Delaunay, die als Erste mit suprematistischen Patchworkdecken die Grenze zwischen Handwerk und Kunst aufhob, Louise Bourgois, die in vielen ihrer Werke die komplizierte Beziehung zu ihrer „Maman“ verarbeitet hat, die feministischen Stickbilder von Sylvie Fleury oder die faszinierenden gehäkelten Korallenwelten von Christine und Margaret Wertheim könnten uns als Referenzen dienen - jedoch gelingt es Magdalena Rysopp, ihre ganz eigene Sprache für ihre Objekte zu entwickeln, die keiner anderen Inspiration bedarf außer der eigenen Intuition. Als leidenschaftliche Sammlerin von Kunst und Preziosen, von Antikem und Kuriosem verfügt sie über einen unerschöpflichen Fundus an Inspirationen und Materialien, an Ideen und Fantasien. Flohmärkte und Auktionen sind ihre bevorzugten Fundorte für Altes und Schönes, Wertvolles und Nutzloses, das sie für ihre Arbeiten verwendet.
Jedes ihrer künstlerischen Einzelstücke erzählt eine Geschichte, sowohl inhaltlich als auch durch die Auswahl der exquisiten Materialien, die Magdalena Rysopp verwendet. Für ihre Kissen legt die Künstlerin, Schicht auf Schicht, allerfeinste Stoffe übereinander, alte Seidenborten rahmen, von Hand aufgenäht, eine Szenerie ein, die wir mitunter nur schemenhaft erahnen können, Quasten und Perlen schmücken die Ecken.
Porträts werden von Fäden überspannt, Vorlagen für Stickbilder ins Absurde verfremdet, Dosen und Kästen zu Skulpturen gestaltet und die gehäkelten Objekte zeugen von einer überbordenden Fantasie und faszinieren mit Farbenpracht und Gestaltreichtum.
Dieser künstlerische Kosmos ist einzig in seiner Art und es ist eine Freude, ihn betrachten zu dürfen.

(Katja Weeke, Kunsthistorikerin M.A.)